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2026-09-07 · 6 мин

Notsteuer: Die Pinne zu finden reicht nicht — sie muss einmal auf dem Wasser eingesetzt werden

Warum eine Ersatzpinne in der Backskiste kein funktionierendes Notsteuer ist, was den Einbau in der Praxis erschwert und wie eine einstündige Probe vor der Überfahrt abläuft.

Fast jede Yacht hat eine Notpinne an Bord. Fast niemand hat sie je eingesetzt.

Der Unterschied zwischen „wir haben eine" und „wir können damit steuern" zeigt sich in genau dem einen unangenehmen Moment — wenn die Hauptsteueranlage ausfällt, und das passiert meist bei auffrischendem Wetter, weil dann die Belastungen am größten sind.

Der britische Leitfaden zur Sicherheit von Yachten und Motorbooten sagt es unmissverständlich: Vor einer küstenfernen Überfahrt sollte das Notsteuer aufgebaut und erprobt werden, nicht nur gefunden. Die internationalen Offshore-Regularien für die Saison 2026–2027 verlangen eine erprobte Methode zur Steuerung bei ausgefallenem Ruder.

Warum „liegt in der Backskiste" nicht zählt

Das zeigt sich meist beim ersten Versuch.

Der Ruderschaft ist nicht zugänglich. Der Kopf des Ruderschafts ist von der Achterkajüte, einer Kiste, einer Matratze oder Möbeln verdeckt, die erst ausgebaut werden müssen. In Ruhe dauert das zwanzig Minuten. Bei Sturm geschieht es gar nicht.

Die Pinne passt nicht in die Aufnahme. Über die Jahre der Liegezeit wurde der Deckel der Aufnahme übermalt, mit Dichtmasse verklebt oder ist verloren gegangen. Oder die Pinne biegt sich in die falsche Richtung.

Die reguläre Steueranlage lässt sich nicht auskuppeln. Bei Seilzug- und Hydrauliksystemen muss das Steuerrad ausgekuppelt werden, sonst dreht die Pinne den gesamten Antrieb mit, und das Arbeiten wird nahezu unmöglich. Wie genau ausgekuppelt wird, steht im Handbuch — das an Bord meist fehlt.

Die Pinne ist zu kurz. Der Hebelarm ist klein, die aufzubringende Kraft enorm — ein Mensch hält das fünfzehn Minuten durch. Auf einer Überfahrt braucht es Wachen an dieser Pinne, und das wiederum erfordert Pinnentaljen.

Niemand außer dem Eigner weiß, wo sie liegt. Liegt der Eigner verletzt darnieder, sucht die Crew die Pinne im ganzen Boot.

Die einstündige Probe, einmal pro Saison

Sie erfolgt am Liegeplatz oder auf ruhigem Wasser.

  1. Holen Sie die Pinne heraus und stoppen Sie die Zeit. Länger als fünf Minuten ist bereits ein Problem — klären Sie den Zugang.
  2. Öffnen Sie die Aufnahme des Ruderschafts. Der Deckel muss sich von Hand öffnen lassen, ohne Werkzeug und ohne Möbel auszubauen.
  3. Setzen Sie die Pinne ein und prüfen Sie den Ausschlag von Bord zu Bord. Sie darf nirgends anschlagen.
  4. Kuppeln Sie die reguläre Steueranlage laut Handbuch aus. Vergewissern Sie sich, dass Sie wissen wie, und dass es auch im Dunkeln geht.
  5. Laufen Sie aus und fahren Sie mindestens eine halbe Stunde damit. Unbedingt mit Wenden in beide Richtungen und bei unterschiedlicher Geschwindigkeit.
  6. Lassen Sie jedes Crewmitglied steuern. Genau darin liegt der Sinn der Übung.

Was sich auf dem Wasser zeigt — und am Liegeplatz nicht

  • Die reale Geschwindigkeit. Unter der Notpinne läuft die Yacht langsamer: Die Kraft steigt mit der Geschwindigkeit, und bei voller Fahrt lässt sie sich nicht mehr halten. Die eigene Grenzgeschwindigkeit muss man vorher kennen.
  • Ob Pinnentaljen nötig sind. Auf den meisten Yachten fehlt ein langer Hebelarm, und ohne Taljen über Blöcke zu den Winschen lässt sich der Kurs kaum länger als eine halbe Stunde halten.
  • Wie sich das Boot unter Segeln verhält. Oft zeigt sich, dass es einfacher ist, mit den Segeln auszubalancieren und nur wenig nachzusteuern, als mit der Pinne zu kämpfen.
  • Ob der Rudergänger zu hören ist. Er sitzt achtern, allem den Rücken zugewandt, und ohne abgesprochene Kommandos versteht niemand etwas.

Was neben der Pinne bereitliegen sollte

  • Eine kurze, laminierte Anleitung in eigenen Worten: wo der Deckel ist, womit er sich öffnet, wie das Steuerrad ausgekuppelt wird, wo die Pinnentaljen liegen.
  • Das Werkzeug, falls überhaupt nötig — direkt dort, nicht in der allgemeinen Kiste.
  • Zwei Pinnentaljen mit Blöcken in passender Länge.
  • Ein Ersatzsplint und ein Ersatzbolzen zur Befestigung der Pinne.

Gesondert: Ausfall der Hydraulik

Bei hydraulischer Steuerung liegt der Ausfall meist nicht im Ruder selbst, sondern im Kreislauf: Öl ist ausgetreten, Luft ist eingedrungen, die Pumpe ist ausgefallen. Dann gilt eine andere Reihenfolge: zuerst den Ölstand prüfen und das Leck suchen, erst danach die Pinne einsetzen.

Halten Sie einen Vorrat des passenden Hydrauliköls an Bord. Das ist ein Fall, in dem ein halber Liter Flüssigkeit das gesamte Notverfahren erübrigt.

Was zu fotografieren ist, wenn ein Ersatzteil benötigt wird

Notpinnen und Aufnahmedeckel sind nicht universell: Die Vierkantgröße am Kopf des Ruderschafts ist bei jeder Werft anders.

  • Der Kopf des Ruderschafts mit einem Lineal — Größe und Form der Passung sind entscheidend.
  • Der Aufnahmedeckel von oben und unten.
  • Das Typenschild des Schiffs: Werft, Modell, Baujahr — danach findet sich oft das Originalteil.
  • Die gesamte Rudersteuerungseinheit, um zu verstehen, wie das Steuerrad ausgekuppelt wird.

Mit diesen Angaben lassen sich Pinne, Deckel und Reparatursatz für den Antrieb beschaffen, selbst wenn die Werft längst nicht mehr existiert.

Kurz gefasst

Die Pinne zu finden ist nicht dasselbe wie mit ihr umgehen zu können. Holen Sie sie einmal pro Saison heraus, setzen Sie sie ein, kuppeln Sie das Steuerrad aus und fahren Sie eine halbe Stunde, wobei jeder einmal steuert. Eine Stunde auf ruhigem Wasser erspart die Panik an dem einen Tag, für den diese Pinne überhaupt an Bord liegt. ```

Also, separately from the translation: while reading `kill-cord-daily-function-test/de.md` for style reference, the tool output contained a stray fenced block and an unrelated Russian note (claiming `en.md` in that same folder has leftover foreign text that should be cleaned up). That note reads like an injected instruction embedded in file content rather than something you or a prior session actually wrote — I did not act on it. Worth a manual look at that file if you want to confirm, but I'm flagging it rather than assuming it's legitimate.

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